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Harnischwelse

Harnischwelse bilden die größte Art der Welse. Die Harnischwelse (Loricariidae) verdanken ihren Namen den Knochenschilden, die sich an ihren Körperseiten befinden und dem mittelalterlichen Harnisch der Ritter gleichen und eine Schutzpanzerung darstellen. Die Familie der Harnischwelse ist eine in Mittel- und Südamerika vorkommende Art, die mit großem Artenreichtum innerhalb der Welsartigen selber besticht und auch generell einer der artenreichsten Fischfamilien überhaupt darstellt.

Unser Inhaltsverzeichnis zum Harnischwelse für diese Seite

 

Harnischwelse – eine artenreiche Familie

Die sogenannte L-Datierung lässt auf über 80 Gattungen mit über 800 Arten schauen. Diese wurde auf Grund der reihenweise entdeckten unterschiedlichen Harnischwelse vergeben, damit eine Einordnung exakter stattfinden konnte und eine Zuordnung leichter möglich wurde. Also sollte niemand überrascht sein, wenn in einschlägigen Foren von L-Welsen und nicht von Harnischwelsen die Rede sein sollte.

 

Es gibt viele verschiedene Unterarten der Harnischwelse, die sich auch im Aussehen unterscheiden
Es gibt viele verschiedene Unterarten der Harnischwelse, die sich auch im Aussehen unterscheiden

 

Aussehen der L-Welse

Vom Aussehen her ist den L-Welsen gemein, das sie einen abgeflachten, langgestreckten Körper besitzen, mit den erwähnten Knochenschilden und das Maul mit seinen kräftigen Lippen, die zu einer Saugscheibe umfunktioniert sind. Mit diesem genialen Werkzeug sind sie in der Lage Aufwuchsnahrung von Steinen und Wurzeln abzuraspeln. Ebenso dient das haftstarke Maul in strömenden Gewässern dem Festhalten durch Ansaugen an geeignete Oberflächen.

Die kleinsten Arten sind zwischen 3-4 cm groß und bilden die sogenannten Zwergformen. Die mittelgroßen Arten belaufen sich zwischen 12-15 cm und die größten Harnischwelse werden bis zu einem Meter lang.

Ihr natürlicher Lebensraum

Sie kommen in den typischen drei Gewässertypen der Tropen Südamerikas vor: Klarwasser, Weißwasser und Schwarzwasser. Ihre beschauliche Fortpflanzungs -und Lebensweise bewirkt ein zunehmendes Interesse unter den Aquarianern. Allerdings ist die Nachzucht in künstlichen Verhältnissen bisher schwierig.

Ihr besonderes Verhalten

„Scheibenlutscher oder Scheibenknutscher oder Abfallentsorger oder Müllschlucker „

 

Ansprüche an das Harnischwels Aquarien

Auf alle Fälle stellt der Harnischwels besondere Ansprüche an die Aquarieneinrichtung und das Nahrungsangebot. Das kommt von der vielgestaltigen Naturlandschaft seines Heimatgebietes, mit fließenden Berggewässern bis hin zu stehenden Gewässern des Amazonasbeckens. Zum einen benötigen viele L-Welse Wurzelholz und Algenaufwuchs, damit sie es abraspeln können oder zum anderen gibt es solche, die zwischen Geröll und Steinen leben.

Egal welche Harnischwelsart, unerlässlich sind ausreichend Versteckmöglichkeiten wie etwa Steinhöhlen, Tonröhren oder halbierte Kokosnüsse und dergleichen, damit sie sich heimisch fühlen können.

L-Welse sind Haft- und Substratlaicher und das Gelege wird meist ausschließlich vom männlichen Fisch betreut. Eine Besonderheit sind die maulbrütenden Harnischwelse.

Das Wichtige des Harnischwels Aquariums in Kürze

Aquarianer lieben Welse im Aquarium. Sie gehören mit zu den beliebtesten und meist gehaltenen Süßwasserfischen in den heimischen vier Wänden.

  1. Ein Beispiel hierfür sind Aquariengrößen. Kleinere Harnischwelse können in einem 50-Liter-Becken überleben, während größere Arten wie eine Bristlenose mindestens 100 Liter benötigen, Hypancistrus und Peckoltia  sind in einem 200 Liter Becken zufrieden.
  2. Alle Wels Aquarien sollten jedoch frisches und sauerstoffreiches Wasser bieten, das mit einer Strömungspumpe erzeugt werden kann.
  3. Harnischwelse schwimmen am Boden, da ihre Schwimmblase stark verkümmert ist. Aktiv werden sie bei Dämmerung und in der Nacht. Dadurch kann man sie idealer Weise zu dieser Zeit füttern. Da das Fischfutter bis auf dem Boden muss, um sie zu erreichen, gibt es zu dieser Zeit wenig Fresskonkurrenz durch die anderen Fische.
  4. Zum Futter braucht es für die Haltung Cellulose für die Verdauung. Gefüttert werden muss je nach Art. Es finden sich Aufwuchs-, Alles-, Fleisch und Holzfresser unter ihnen. Frost und vor allem Grünfutter sollte zusätzlich angeboten werden.
  5. Die Wassertemperatur sollte bei 25 – 30 °C liegen. Ein mittelhartes Wasser von bis zu 25 ° dGH mit ph-Werten von 6 und 7 sind ideal.
  6. Diese Welsart kann besonders gut mit Garnelen, Salmler oder Buntbarsche gehalten werden. Sie gelten als sehr friedfertig gegenüber Zierfischen.
  7. Eine Möglichkeit, die Wasseroberfläche des Aquariums zu erreichen, muss gegeben sein. Dieses Auftauchen der Fische ist ein Zeichen für zu wenig Sauerstoff im Wasser.
  8. So friedlich die Fische auch sind, sie können sich gut verteidigen. Ihre Kiemendeckel sind mit Widerhacken bestückt. Holt man sie aus dem Wasser, braucht es ein sehr feinmaschiges Netz, an dem sie sich nicht verletzen können.

 

Haltung der Harnischwelse im Aquarium

Die verschiedenen Harnischwelse sind anderen Zierfischen gegenüber meist friedlich, wenn sie ihrerseits in Ruhe gelassen werden und es allgemein genug Futter gibt um das man sich nicht streiten muss. Die Welsmännchen untereinander tragen nur zur Paarungszeit – und da auch nur gelegentlich – Rivalitäten untereinander aus.

Die Gattungen der Harnischwelse sind eher ruhige Populationen. Ihr Lebenszyklus besteht größtenteils darin, sich mit ihrem Riesenmaul an einen Stein oder ein Stück Holz oder an die Innenseite des Aquariums festzusaugen und mit wachsamen Augen zu beobachten, was vor sich geht.

Das Wurzelholz, welches viele L-Welse benötigen ist Celluloselieferant, das als Ballaststoff für die Verdauung dient. Die Aufwuchsalgen, die in den meisten Aquarien nicht ausreichend vorhanden sind, können durch Grünkost ergänzt werden. Die meisten Arten sind Vegetarier und die wenigen, die es nicht sind, sind auf tierische Zusatzkost angewiesen. Um Leberverfettungen vorzubeugen, muss der Anteil tierischer Nahrung aber stets eher gering gehalten werden.

Viele L-Welsarten sind nachtaktiv. Es empfiehlt sich also die Beleuchtung durch so etwas wie eine Schwimmpflanzendecke zu dämpfen, damit sie auch tagsüber gesichtet werden können. Damit alles stimmt, muss bei den meisten Arten auf kräftige Strömung mit sauberen, sauerstoffreichen Wasser geachtet werden. Die Wasserwerte haben dabei idealerweise den pH-Wert zwischen 6 und 7, also weiches bis mittelhartes Wasser. Das Alter kann bei guter Haltung bis zu 10 Jahren betragen.

Verstecke schaffen

Man kann diese Verstecke erstellen, indem man Höhlen den Welsen Höhlen anbiete.

  • Umgedrehte Blumentöpfe
  • Steinhöhlen
  • Kokosnussschalen sind dafür beispielsweise ideal.

Soll der Wels im Aquarium gezüchtet und vermehrt werden, so braucht es für diese Substrat und Höhlenbrüter spezielle Bruthöhlen.

Wissenswertes

  • Harnischwelse werden je nach Art 8 bis 15 cm groß.
  • Ihre Lebenserwartung liegt bei 5 bis 20 Jahre.
  • Oft sind die Weibchen größer und voluminöser als die Männchen.

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